Bericht Challenge Heilbronn 2015

Ein bisschen spät noch der Bericht zum topbesetzten Mitteldistanzrennen (= Half-Ironman) in Heilbronn, das in diesem Jahr erstmals unter dem Challenge-Label stattfand. 2010 und 2011 war ich dort bereits schon gestartet, allerdings noch auf der damaligen verkürzten Strecke.

Bei den Profis war – und da lehne ich mich jetzt wohl nicht zu weit aus dem Fenster – das Beste am Start, was derzeit bis auf wenige Ausnahmen weltweit über diese Distanz verfügbar ist. Sebi Kienle und Michael Raelert (jeweils 2-malige Weltmeister über diese Distanz), der wiedererstarkte Andi Böcherer, der Italiener Molinari (dieses Jahr schon Kienle-Besieger) sowie Andi Dreitz (Weltklasse auf der Mitteldistanz), Nils Frommhold (Hawaii-6.) und der neue aufsteigende Stern am Triathlonhimmel, Maurice Clavel.

Genau 1 Woche nach der Mitteldistanz in Maxdorf stand nun die 2. Mitteldistanz binnen 8 Tagen an. Der Selbstversuch, ob es möglich ist mit nur ca. 10 h Trainingspensum pro Woche 2 gute Mitteldistanzen so kurz aufeinander zu absolvieren, sollte heute das Ergebnis bringen. Es standen 1,9 km schwimmen mit Wendepunkt im Neckar, 93 km durch das Zabergäu mit 1120 Höhenmetern und einem fast flachen Halbmarathon durch die Heilbronner Innenstadt an. Bei der Wechselzone gab es eine Premiere: erstmals wurde diese in ein Parkhaus verlegt. Auf 5 Ebenen verteilt standen dort ca. 2500 Fahrräder. Um für alle gleichlange Wege zu gewährleisten, musste jeder Teilnehmer bei beiden Wechseln hoch bis in den 5. Stock und dann erst wieder herunter.

Wechselzone im Parkhaus

Wechselzone im Parkhaus

Nach dem Start gab es auf den ersten ca. 300 Metern so sehr auf die Fresse, wie ich es noch nie erlebt habe. Das hat gar keinen Spaß gemacht. Anschließend wurde es besser, leider verpasste ich eine große, vor mir schwimmende Gruppe, in deren Wasserschatten ich sicherlich hätte mitschwimmen können. Nach 27:20 min kletterte ich aus dem Neckar und es ging einen langen Weg zum Parkhaus, die Wechselzone. Dort war durch das Wasser der Betonboden so unglaublich glatt, dass dort reihenweise Athleten ausrutschten. Mir blieb das glücklicherweise erspart.

Klar war, dass ich schon auf den ersten Kilometern merken würde, ob heute was gehen sollte, oder ob Maxdorf noch zu sehr in den Muskeln hängen würde. So gut kennt man nach vielen Jahren Training seinen Körper. Und zu meiner großen Überraschung waren die Beine richtig gut. Ich konnte schnell einige Plätze im Herrenfeld gutmachen und einige Profidamen einholen. Bis km 30 fuhr ich gemeinsam (immer im fairen 10 Meter-Abstand) mit Alex Lang, einer quasi lebenden Legende, der bereits 22 Mal beim Ironman Hawaii dabei war. Doch dann beging ich einen Fehler: aufgrund laktatbedingter Unzurechnungsfähigkeit ging ich Risiko und erhöhte das Tempo. Bis km 60 lief es sehr gut. Dann kam die Quittung: ich war ziemlich platt und die restlichen steilen Anstiege des Zabergäus fielen mir immer schwerer. Alex fuhr bei km 75 wieder an mir vorbei… eine gute Renneinteilung ist alles 😉 Bis zum 2. Wechsel fuhr ich gemeinsam mit einem Schweizer auf Schadenbegrenzung. Die Radzeit ist mit 2:39 h für die 93 km immernoch ordentlich, ca. 35er Schnitt, aber da wäre mehr drin gewesen. Nach einem guten 2. Wechsel sollte sich nun zeigen, ob die Laufleistung in Maxdorf a) nur Zufall war und b) ob sich meine Beine schon wieder erholt hatten.

Die ersten Kilometer liefen allesamt sehr gut. Allerdings war die Pace von Anfang an um ca. 5-8 sec pro Kilometer langsamer als in Maxdorf. Trotzdem ergibt ein 4:15er min/km-Schnitt einen Halbmarathon unter 1:30 h, was ich bisher – abgesehen von Maxdorf (20 km), wo es ein 1:26er Halbmarathon gewesen wäre, noch nie geschafft habe. Die Temperaturen waren perfekt für das Laufen (ca. 18-20 Grad) und ich konnte das Tempo eigentlich halten. Krämpfe kündigten sich endlich mal NICHT an. Die letzten Kilometer wurden die Beine dann doch ziemlich schwer und ich musste kämpfen, um mein Ziel unter 1:30 h zu laufen zu erreichen. Aber letztlich hat es geklappt. Mit einem Halbmarathon von 1:29:30 h lief ich als 35. Gesamt über die Ziellinie und war damit ziemlich happy, auch wenn Maxdorf noch eine Nummer mehr fun gemacht hatte. Die Bäume wachsen nunmal nicht jeden Sonntag in den Himmel 😉

Mit diesem Halbmarathon hatte ich lediglich 3 Plätze beim Laufen verloren; eine erfreuliche Anekdote.

In den Einzeldisziplinen bedeutete dies:

Schwimmen 45.

Rad 35.

Lauf 64.

die zwei waren schon länger im Ziel

die zwei waren schon länger im Ziel

Meine 2 Kumpels Markus und Thomas vom TV Forst wirbelten mit erneut unglaublichen Leistungen (an diesem Tag vor allem Markus) das Profi-Feld durcheinander. Platz 9 und 12. Einfach nur brutal!!! Da ich weiß, was die beiden wöchentlich trainieren, kann ich nur sagen, dass der Satz doch Gültigkeit hat: von nix kommt nix!

Leider hat dieser Bericht auch wieder eine negative Seite. Montags nach dem Rennen in Heilbronn hat mit ein Doppel-Infekt so ausgeknocked, dass ich erneut eine komplette Woche flach lag. Details erspare ich dem Leser. Wieviel Anteil das Wasser des Neckars daran hatte, darüber kann nur spekuliert werden. Ich denke aber, dass er nicht unerheblich ist…

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