Juni bis August 2017

Nach einigen – nicht nur sportlich – ereignisreichen Wochen hier mal eine kurze Zusammenfassung.

Wie zuvor erwähnt war der Maxdorfer Triathlon der nächste anstehende Wettkampf und meine (voraussichtlich) einzige Mitteldistanz in diesem Jahr. 2 km Schwimmen – 80 km Rad mit 800 Höhenmetern und 20 flache km zu laufen standen auf dem Plan. Aufgrund einer Vollsperrung war die Anfahrt von Konne und mir ziemlich knapp und wir kamen erst wenige Minuten vor dem Start an der Wechselzone an. Schnell noch das Rad eingecheckt, Neo an und los ging’s. Ich hatte Konne dieses Rennen als perfekten Test für seine Langdistanz in Roth vorgeschlagen und erzählt, wie entspannt das Schwimmen bei diesem Wettkampf aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl im Vergleich zu den meisten anderen Veranstaltungen ist. Fail! In diesem Jahr war es eine der größten Schlägereien über die gesamten 2 km, die ich je erlebt hatte. Da Konne etwa mein Schwimmniveau hat, galt das wohl auch für ihn. Der wird sich dabei schon gedacht haben: „Danke Tobi für den tollen Tipp“… Meine Schwimmleistung war an diesem Tag miserabel. Kein Druck, enger Neo, miese Technik, Prügelei ohne Ende.

Auch auf dem Rad lief es zunächst eher mäßig. Aber nach und nach kamen die Radbeine in Form und es lief immer besser. Gegen Ende machte das Radeln richtig Spaß, auch wenn der Berg mit knapp 400 hm, über den mal 2 Mal drüber muss, mir meistens ein bisschen zu steil ist. Eine wunderbare Sache um Leistungen auf bestimmten Abschnitten zu vergleichen ist die App „Strava“. In der späteren Auswertung bin ich fast alle Streckenabschnitte einige Sekunden schneller geradelt als 2 Jahre zuvor. Aufgrund einer Baustelle war die Radstrecke jedoch ein wenig verändert, wodurch die Endzeit nur bedingt zum Vergleich geeignet ist.

Auf Position 15 ging es vom Rad und auf die neue Laufstrecke, die mehr durch den Wald führen und somit mehr Schatten bringen sollte. Leider waren die Waldwege sehr schmal und übersät von kleinen Tannenzapfen, sodass man bei jedem Schritt aufpassen musste, wohin man tritt. Die 1. von 3 Laufrunden war noch gut und auch muskulär war noch alles in Ordnung. Auf einem längeren Asphaltstück in der prallen Sonne nach 4 km lieferte die GPS-Uhr einen Schnitt von 3:50 min/km und dafür musste ich mich sogar bremsen. Ich dachte schon es könnte ein megaguter Tag werden. Auf der 2. Laufrunde wurde ich erwartungsgemäß ein bisschen langsamer, aber es war alles noch im Rahmen des Geplanten. Doch dann war plötzlich der Motor aus. Kein Saft, keine Energie mehr. Ich hatte mich wohl mit meiner Ernährungsstrategie verzockt. Einige Tage vor dem Wettkampf hatte ich bemerkt, dass keine Gels mehr zu Hause waren. Per Postlieferung war es nicht möglich diese noch pünktlich zu bekommen. Bei 1-2 Freunden nach Gels gefragt, aber die hatten auch keine (zumindest nicht die, die ich fragte). Also nach Maxdorf gefahren und gedacht, dass ich mir bei der Startnummerabholung einfach welche kaufe… Fail! Die Stände der kleinen Expo hatten noch nicht geöffnet. Ich hatte mir in weiser Voraussicht allerdings schon mehr Elektrolytpulver in meine beiden Radflaschen getan und war der Meinung, dass ich damit und der späteren Versorgung an der Laufstrecke, auch so eine Mitteldistanz bewältigen könnte. Fail! Auf der Laufstrecke gab es keine Gels und kein Iso, sondern lediglich Cola. Und so viel Cola konnte ich gar nicht trinken, um genügend Kohlenhydrate aufzunehmen. Somit taumelte ich auf der 3. Laufrunde in Richtung Ziel. Es ging mir wirklich richtig mies. Sogar so mies, dass ich 500 METER VOR DEM ZIEL gehen musste, um nicht zu kollabieren. Am Ende rettete ich den 15. Platz irgendwie ins Ziel. Mit einer Laufzeit, die 7 Minuten langsamer war, als 2 Jahre zuvor. Was jedoch nicht nur an einem Energiedefizit sondern auch an der langsameren Laufstrecke lag. Die Laufzeiten waren auch im Durchschnitt um einiges langsamer als 2 Jahre zuvor. Meine TV-Forst-Kameraden machten teilweise sensationelle Rennen (Heu 3., Konne auf Platz 5 und Lisa bei ihrer ersten Mitteldistanz 3. und nur ganz knapp hinter Platz 2)

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Von links: Konne 5., Lisa 3., Heu 3. & die Wurst

Liga Erbach

2 Wochen später stand ein Rennen mit völlig anderen Anforderungen auf dem Plan. Beim Ligarennen in Erbach (Alb-Donau-Kreis) über die Olympische Distanz (1,5 – 40 – 10) war Neoprenverbot und Windschattenfreigabe angesagt. Bei perfekten Bedingungen konnte ich im Wasser eine völlig andere Leistung als noch 2 Wochen zuvor in Maxdorf erreichen, auch wenn das in der 1. Liga trotzdem einen Platz ziemlich weit hinten bedeutet. Ohne Neo schwimme ich einfach deutlich besser, weil befreiter. Auf dem Rad fand ich früh ein gut harmonierende Radgruppe, in der einige Leute gewillt waren, zu kreiseln. Nachdem wir jedoch die vor uns liegende Gruppe geschluckt hatten, war es vorbei mit dem Zug. Ab diesem Zeitpunkt begann in der ca. 15-köpfigen Gruppe ein lustiges Schauspiel: das Motto war: „warten auf Heuschmidt“. Nachdem man sich bei mir – seinem Teamkameraden – vergewissert hatte, dass sich Thomas (Heuschmidt) noch hinter uns befand, wurden die Beine hochgelegt und regelmäßig der Kopf nach hinten gedreht, um nicht zu verpassen, wenn Thomas zu uns aufgefahren war. Nachdem der Panzer (Spitzname von Thomas, denn so sieht er auf dem Fahrrad aus) tatsächlich zu uns aufgefahren war, beratschlagten wir 2 uns kurz und entschieden, dass wir (also vornehmlich Thomas und ich in seinem Windschatten) es probieren mussten, von dieser großen Gruppe wegzukommen. Als wir von hinten antraten und mit hoher Geschwindigkeit an der Gruppe vorbeizogen… diesen Moment werde ich lange nicht vergessen… wie plötzlich in der Gruppe Rufe zu hören waren und die Ketten reihenweise nach rechts wanderten… war das geil! 🙂 Leider hatten wir uns für unseren Angriff ein zu flaches Stück rausgesucht und der Versuch wegzukommen war nach ca. 1 min gescheitert. Eine harte Minute mit Tempo > 50 kmh. An den nächsten 2 Anstiegen versuchte es Thomas jeweils nochmals, aber es klappte einfach nicht. So rollten wir weiter in Richtung 2. Wechselzone und kaum jemand war bereit, sich an einem funktionierenden Kreiselsystem zu beteiligen. Zu meiner Überraschung konnten wir kurz vor dem 2. Wechsel noch eine größere Gruppe einholen. So rollte eine ca. 30 Mann starke Gruppe in die Wechselzone. Meine Oberschenkelmuskulatur war durch das harte Losfahren, sowie die ungewohnten Antritte (der Triathlet mag es doch eher gleichmäßig) schon ziemlich zerstört und ich hatte gehörig Schiss, dass das Laufen zur Farce werden könnte. Kurz nach dem Wechsel in die Laufschuhe sah ich jedoch, dass mein Kumpel und Lieblingsgegner Jannik ca. 100 m vor mir lief. Er war offenbar in der Radgruppe gewesen, die wir kurz vor Schluss eingeholt hatten. Meine Laune stieg innerhalb von Sekunden deutlich an. Ca. bei km 2 hatte ich ihn eingeholt. Er hatte mit Fußschmerzen zu kämpfen, was die Freude bezüglich des Überholens erstmal linderte. Ich konnte relativ leicht von ihm wegziehen und in einer Gruppe mit 3 anderen Kontrahenten eine relativ gute Pace anschlagen. Letztlich lief ich die 10 km in 38:22 min, was mich sehr optimistisch hinsichtlich der weiteren Saison stimmte. Ich musste dafür nicht alle Reserven rausholen, was angesichts eines kleinen Trainingslagers an den folgenden 5 Tagen sehr angenehm war. Mit dieser Leistung belegte ich an diesem Tag den 33. Platz in der 1. Liga und den 2. Platz innerhalb des TV-Forst-Teams.

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Heu, Jannik und ich mit Lisa, die für Mengen startete

Ende Juni und den Juli verbrachte ich die Wochenenden entweder auf Hochzeiten oder vor dem Laptop (oder beides), da quasi jeden Sonntag ein anderer Freund auf einer Langdistanz startete: Luisa, Konne, Chriss und Pille… es nahm kein Ende… und meine Juli-Trainings-Statistik verlief dementsprechend niedrig.

RömerMAN Ladenburg

Ende Juli stand dann mit dem RömerMan in Ladenburg mein derzeitiges Lieblingsrennen an. Was vor allem an meiner nahezu perfekten Leistung dort vor einem Jahr liegt. Leider war es in diesem Jahr das extreme Gegenteil… ein Tag zum Vergessen, wie ich ihn bisher wohl noch nie erlebt habe. Schon beim Schwimmen war nicht viel los, wobei das Ergebnis durch das Schwimmen mit der Neckarströmung verfälscht wird. Schon beim langen Lauf zur Wechselzone fühlte sich das Laufen furchtbar an. Auf dem Rad sitzend fuhr mir mein Kumpel Gerhard schon im Flachen auf und davon und am Horroranstieg in Dossenheim (> 20 %) sowie am langen Anstieg auf den Weißen Stein, litt ich ohne Ende. In den Abfahrten konnte ich zwar wieder einige Plätze gut machen, aber überragend wurde es an diesem Tag nicht mehr. Es blieb die Hoffnung, dass die Laufbeine den Tag noch retten könnten, was sich jedoch als Irrglaube darstellte. Schon nach 500 m merkte ich, dass heute auch dort nichts gehen würde. Geplagt von Krampfansätzen und in der Gewissheit, dass ich heute sowohl gegen Jannik, als auch gegen Gerhard den Kürzeren ziehen würde, war ich kurz davor auszusteigen. Da Ladenburg jedoch fast ein Heimspiel für mich ist und dutzende Leute an der Strecke standen, die mich kannten und anfeuerten, brachte ich es – zum Glück – nicht über’s Herz auszusteigen. Immerhin eine positive Sache an diesem Tag. Letztlich benötigte ich für die 10 km fast 41 min. So langsam war ich schon viele Jahre nicht mehr. Insgesamt war die Gesamtzeit um fast 7 min langsamer als im Jahr zuvor, bei ähnlichen Bedingungen. Platz 24 war der Lohn für die Qual. 9 Plätze schlechter als im Jahr zuvor. Und deutlich gegen Jannik und Gerhard verloren. Es war ein Tag zum Vergessen. Im Ziel ging gar nichts mehr. So mies sah ich im Ziel wohl noch nie aus. Woran es lag kann ich bis heute nicht sagen, denn die Form war im Training ziemlich gut.

Am Tag nach dem RömerMAN ging es für 2 Wochen in den Urlaub nach Schweden. Eigentlich eine gute Ablenkung, aber auch viel Zeit um über diese furchtbare Leistung nachzudenken. Zum Glück hatten wir die Räder dabei und es war auch kein Offseason-Urlaub, wie in den letzten Jahren häufig vorgekommen.

Zurück aus dem Urlaub waren es noch 8 Wochen bis zu meinem erklärten Saisonhighlight: der Deutschen Polzeimeisterschaft im Triathlon in Hamburg. Hochmotiviert gab ich in den folgenden Wochen richtig Gas und es lief hervorragend. So viel Spaß wie in den letzten Wochen hat mit trainieren schon sehr lange nicht mehr gemacht (was nicht bedeuten soll, dass es mir sonst keinen Spaß macht!).

Triathlon Viernheim

Am letzten Sonntag gab es nochmal einen Testwettkampf. Seit vielen Jahren stand ich mal wieder an der Startlinie des traditionsreichen Viernheimer Triathlons. Mit neuer vollgesperrter Radstrecke, tollem Schwimmen ohne Neo im Hemsbacher See und einer schnellen Laufstrecke, die überwiegend im Schatten liegt, mein neuer Lieblingswettkampf im Rhein-Neckar-Triathlon-Cup 😉 Das Feld war gespickt mit vielen Profis, darunter auch Sebi Kienle.

Leider wurde ich in die 2. Startgruppe, die 8 min nach der 1. gestartet wird, verfrachtet, was die Vorfreude auf den Wettkampf zunächst schmälerte. Im Wasser und auch auf dem Rad galt es viele zuvor Gestartete zu überholen, was Zeit und Kraft kostet und auf dem Rad auch gefährlich sein kann. Doch am Wettkampftag konnte ich das sehr gut ausblenden und konzentrierte mich darauf, mein eigenes Rennen zu machen. Das Schwimmen lief nach einigen Wochen mit (für mich) hohen Umfängen hervorragend. Vermutlich auch deswegen, da es erneut ohne Neoprenanzug stattfand. Meine Schwimmzeit liegt am obersten Limit des Möglichen und machte riesigen Spaß. Hätte noch ewig so weiterschwimmen können. Auf dem Rad galt es erstmal Dutzende andere zuvor Gestartete zu überholen. Dann ging es in den Anstieg zur Juhöhe, teilweise bis zu 17 % steil. Hier zeigte sich wie so oft, dass ich einfach kein Kletterer bin. Einige andere zogen mühelos an mir vorbei, die ich später, in der Abfahrt und im Flachen, genauso mühelos wieder ein- und überholen sollte. Da die letzten 30 der insgesamt 40 Radkilometer bergab oder flach sind, konnte ich hier richtig gut Druck machen und die Radzeit kann sich wirklich sehen lassen. Einige Profis waren nur wenige Sekunden schneller. Vielleicht die beste Radleistung dieser Saison. Nun noch ein 10-km-Lauf nah an die 38 min glatt und der Test für die DPM wäre perfekt verlaufen. Leider waren die Beine ab km 3 urplötzlich dick und schwer und das Laufen fühlte sich sehr zäh an. Im Ziel war es dann eine 39:13 min für die 10 km. Nicht das, was ich mir erhofft hatte. Der Gesamteindruck dieses Wettkampfs ist jedoch durchaus positiv und die Form scheint auf dem richtigen Weg in Richtung DPM.

Um das Problem mit dem – gefühlt – zu engen Neoprenanzug zu beseitigen, wurde noch schnell ein neuer Anzug beschafft. Hoffentlich wird das jetzt besser. In Hamburg findet das Schwimmen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit im Neopren statt. Die komplett flache Radstrecke kommt mir sehr entgegen und die 10 km sollten dann endlich nah an die 38:00 min oder darunter gelaufen werden.

Zusammenfassend könnte man sagen: bisher war der perfekte Wettkampf 2017 noch nicht dabei. Somit bleibt noch eine Möglichkeit dafür. Da das mein Saisonhighlight ist, würde es ganz gut passen…

Eine Sache liegt mir noch auf der Zunge, die ich nicht unkommentiert lassen kann. Ständig ist in den Medien vom verregneten Sommer 2017 die Rede. Dazu kann ich nur sagen: an meinen Radkilometern kann man ziemlich genau ablesen, wie gut ein Sommer war oder nicht war, denn ich bin bekanntlich ein Schönwetterradler 😉 und meine Radumfänge sind dieses Jahr hervorragend! Also… wenn man keine Ahnung hat…

Hier mal die Umfänge des August:

26 km schwimmen, 950 km Rad und 143 km laufen.

Beim Laufen habe ich seit einiger Zeit mit einem geschwollenen Spann zu kämpfen, weswegen die Laufkilometer deutlich zu gering ausfallen.

 

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